Sportwissenschaftler Prof. Dr. Karsten Witte im Gespräch: „CyberPrävention ist ein wichtiger Baustein für eine gesündere, fittere Gesellschaft“

22. Januar 2018

Virtuelles Training für einen gesunden und fitten Rücken: CyberPrävention heißt unser neuestes Produkt (www.cyberpraevention.de) – §20 zertifiziert von der ZPP (Zentrale Prüfstelle Prävention): Das heißt, nahezu alle Krankenkassen übernehmen die Kosten für den Kurs. Teilnehmer können CyberPrävention bequem von zu Hause oder unterwegs aus absolvieren – über SmartTV, Laptop, Handy oder TouchPad. Wir betrachten das als echten Durchbruch, einem weiteren, großen Schritt im Zuge der Digitalisierung der Branche: Mehrwert durch Technik gleichsam für Mitglieder und Studiobetreiber.

Rund ein Jahr lang haben wir in Kooperation mit dem renommierten Sportwissenschaftler Prof. Dr. Karsten Witte an CyberPrävention konzeptioniert, getüftelt, gefilmt, verworfen, wieder neu konzeptioniert, gefilmt, zertifizieren lassen und schließlich online gebracht.

Prof. Witte leitet den Studiengang „Prävention, Sporttherapie und Gesundheitsmanagement“ an der IST – Hochschule für Management. Seit Jahrzehnten beschäftigt er sich mit dem Thema Rückengesundheit. Für Euch haben wir mit ihm über die Vorteile und Hintergründe von CyberPrävention gesprochen.

Herr Prof. Witte, warum und für wen ist Präventionssport so wichtig?

Sport an sich ist für jeden wichtig – besonders heutzutage. Denn der menschliche Körper ist eigentlich nicht gemacht für die Arbeit, die heutzutage in der Regel verrichtet wird. Sprich: Wenn wir einen Bürojob haben, sitzen wir sehr viel in unserem Alltag und vernachlässigen oftmals unsere Körperhaltung sowie die ausgleichende Bewegung. Bei einem Job, der nicht im Sitzen ausgeführt wird, haben wir hingegen eine körperliche Belastung, die entweder sehr intensiv oder einseitig ist. Wir entwickeln eine Schonhaltung und im Laufe der Zeit bilden sich einige wichtige Muskeln zurück. Die Folge sind Rückenbeschwerden. Genau hier setzt Präventionssport an.

Mit welchem Hintergrund wurde CyberPrävention ins Leben gerufen?

Wir haben es beim Rückenschmerz mit einer echten Volkskrankheit zu tun. Studien belegen, dass zirka 80 Prozent aller Menschen in Deutschland zumindest einmal in ihrem Leben unter Rückenschmerzen leiden und ein nicht unerheblicher Teil längerfristig Beschwerden im Rücken hat. Der volkswirtschaftliche Schaden durch Rückenschmerzen ist in der Folge immens. Trotzdem betreiben zu wenige Menschen Prävention. Aus unserer Sicht ist es den entsprechenden Institutionen auch noch nicht gelungen, das Thema gerade für jüngere Menschen präsent zu machen: Wer Prävention betreibt, gewinnt extrem an Lebensqualität.
Außerdem ist der Mensch bequem: Der Weg zum Fitnessstudio oder Physiotherapeuten fällt vielen schwer. Fest terminierte Kurse sind oft abschreckend, gerade für Menschen, die beruflich extrem eingebunden sind.

CyberConcept hat daher bereits 2005 – als das gesamte Thema virtuelle Fitness noch in den Kinderschuhen steckte – über Online Präventionskurse nachgedacht: Die Idee war, Prävention in die Haushalte zu bringen und jedem Menschen zugänglich zu machen. Eben ein niedrigschwelliges Angebot zu kreieren. Damals wäre das allerdings undenkbar gewesen: Zu langsames Internet, zu schwache Mobile Devices, fehlende Konzepte und unzureichende Akzeptanz für CyberFitness in der Öffentlichkeit. Jetzt, da sie mit mehr als 400 lizenznehmenden Studios und hunderttausenden Online Mitgliedern die entsprechenden Ressourcen haben, sieht das anders aus.

Aus meiner Sicht ist die Idee bahnbrechend: Präventionskurse können jetzt smart von zu Hause aus gemacht werden und stehen somit zu jeder Zeit an jedem Ort mit Internet zur Verfügung. Selbst in den Urlaub können Nutzer ihren Präventionskurs mitnehmen. Wir rufen damit noch mehr Menschen auf, Präventionssport in Anspruch zu nehmen und dem Körper und der Gesundheit etwas Gutes zu tun. Wir glauben an eine gesündere, fittere Gesellschaft – und CyberPrävention ist ein wichtiger Baustein dafür.

Was ist der Unterschied zu „realen“ Präventionskursen?

„Normale“ Präventionskurse finden zu vorab festgelegten Zeiten statt. Das Besondere bei Online Prävention ist, dass ich mir den Zeitpunkt des Kurses selber aussuchen kann. Ich bin als Teilnehmer also nicht mehr an eine feste Zeit gebunden und damit viel flexibler. Darüber hinaus können Kurse im Internet wiederholt angeschaut werden und der Lerneffekt wird erhöht. Hinzu kommt, dass die Kursunterlagen heruntergeladen und zu Hause entspannt gelesen werden können. Auch dieser Faktor ist für mich wichtig – wer sich für den eigenen Körper interessiert, bekommt wichtige Informationen an die Hand, die er auf seinem Rechner, in seinem Maileingang oder im entsprechenden Ordner ablegen kann. Der Quintessenz all dieser Informationen: Wir haben jetzt intensive 8 Wochen, die Dich leistungsfähiger und gesünder machen. Aber vergiss nicht, auch danach an Deinen Körper zu denken.

Gibt es Nachteile gegenüber einem Live Kurs?

Der einzige Nachteil, den ich sehe, ist, dass man für CyberPrävention einen Internetzugang und ein entsprechendes Endgerät, beispielsweise ein SmartPhone, benötigt.

Ansonsten sehe ich nur Vorteile, auch aus sportwissenschaftlicher Sicht. Das Vorurteil, mit dem Cyberkurse häufig konfrontiert werden, ist, dass beim Fehlen eines reellen Trainers die Übungen nicht richtig durchgeführt werden. Diesem möglichen Problem treten wir mit vielen Korrekturhinweisen entgegen. Umgekehrt wird in einem virtuellen Kurs auch aus einem vermeintlichen Nachteil ein Vorteil: die immer gleiche, sehr hohe Qualität des Kursleiters. Das gibt es bei Live Kursen in dieser Form nicht immer.

Alle Übungen innerhalb von CyberPrävention wurden nach aktuellen sportwissenschaftlich Standards konzeptioniert. Mit dem Presenter Tom Dederichs haben wir einen erfahrenen Profi, der genau weiß, wie er die Menschen auf der anderen Seite des Bildschirms anleiten muss, damit sie die Bewegungen vernünftig durchführen. Schließlich werden Musik, Bild und Presenter eine motivierende Einheit. Und Motivation ist der Schlüssel zum Erfolg.

Wie sind die Online Präventionskurse aufgebaut?

Es gibt keinen Unterschied im Aufbau der Online Präventionskurse gegenüber den Live-Kursen. Die Grundanforderungen von der Zentralen Prüfstelle Prävention an die Präventionskurse gliedern und strukturieren die verschiedenen Einheiten. Daran müssen sich sowohl Online- wie auch Live-Anbieter orientieren, ansonsten bleibt die Zulassung zur Kostenerstattung aus.

Was muss ich als Teilnehmer beachten?

Teilnehmer müssen beachten, dass die zeitlichen Abläufe eingehalten werden. Sie sind daran gebunden, dass die Kurse in einer bestimmten Zeitspanne regelmäßig konsumiert bzw. besucht werden. Wenn dies nicht eingehalten und mehr als ein Kurs verpasst wird, kann es sein, dass eine Kostenerstattung der Krankenkasse ausbleibt.

Vielen Dank!

Bild: Prof. Dr. Karsten Witte (links) und Tom Dederichs (rechts) machen sich gemeinsam für eine gesündere Gesellschaft stark.

© Daniel Baukholt, www.cyberconcept.de